Von Copacabana nach Cuzco

Am 1. September habe ich dann die Grenze von Bolivien Richtung Perú überschritten. Einige Meter muss man an der Grenze zu Fuß laufen, während der Bus mit dem Gepäck abgefertigt wird, ehe man dann auf peruanischer Seite nur kurze Zeit später wieder in den Bus steigen kann.

"Städtisches Stadion von Pucara"

Ein bisschen Landwirtschaft

In Cuzco habe ich knapp zwei Tage mit Bettina und Jörg verbracht, die ich auf der Fahrt von Cuzco nach La Paz am 7.8. kennengelernt hatte.

Dann zog es mich weiter in den Norden. Mein letzter Reisemonat war angebrochen, ich wollte noch Kondore sehen und auf den Galápagos-Inseln tauchen. Also fuhr ich am 3.9. um 14 Uhr von Cuzco zunächst nach Lima (21 Std. Fahrt). Da hatte ich gut 11 Std. Aufenthalt. Um 22:30 Uhr dann die nächste Etappe von Lima nach Huaraz (8 Std. Fahrt). Am 5.9. stand ich also morgens um 6:30 Uhr ziemlich müde in Huaraz. Und hatte keine Ahnung, was mich die nächste Woche erwarten würde.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Perú 2 | 2 Kommentare

31.8. Isla del Sol

Die Sonneninsel im Titicacasee, von der der Sage nach die Inka stammen und wo die Sonne geboren wurde, wird von vielen, die dort waren, in den höchsten Tönen gelobt. Ich kann dem touristisch verkommenen Eiland nichts abgewinnen, spare mir sogar die geplante Nacht im Zelt und fahre nachmittags wieder zurück aufs Festland. JEDER Inselbewohner zwischen 4 und 100 Jahren fragt einen, meist auf „Englisch“ (ein paar schwer verständliche, auswendig gelernte Phrasen), ob man eine Unterkunft braucht, ob man bei ihm/ ihr essen will (jede 2. Hütte hat ein Schild „Pizzeria“ außen an der Tür), ob man touristischen Nippes kaufen will usw. Ich stelle inzwischen auf Stur, wenn mich jemand auf Englisch anspricht, und frage dann auf Spanisch, ob er/ sie auch Spanisch spricht. Eine reine Trotzreaktion meinerseits gegen den Identitätsverlust der Einheimischen. Abends, wieder in Copacabana, besteige ich noch den Cerro Calvario und sehe mir den Sonnenuntergang an.

Die Ausmaße des Sees sind wirklich enorm: knapp 8.300km²

Veröffentlicht unter Bolivien 2 | 2 Kommentare

Immer noch 30.8., La Paz -> Copacabana

Auf dem Weg von La Paz nach Copacabana kann man den Titicacasee an der Estrecho de Tiquina überqueren, einer engen Stelle, die den Südteil des Sees vom Rest abschnürt. An der Ostseite der Estrecho angekommen, müssen alle Touristen den Bus verlassen und in ein kostenpflichtiges Wassertaxi umsteigen. Es wäre sicher interessant gewesen, wie die Indígenas im Bus sitzenbleiben zu dürfen, denn der wurde auf eine Fähre gefahren, die kaum größer war, als er selber.

Sieht irgendwie schief aus


Aber er kommt natürlich trotzdem sicher ans andere Ufer


In Tiquina begrüßt uns ein farbenprächtiger Inka-Häuptling


Abends komme ich dann in Copacabana auf etwa 3.800m Höhe an. (Das berühmte Copacabana in Brasilien ist übrigens nach diesem Wallfahrtsort benannt.) Ich gehe ins gute und günstige Hostal La Cúpula.

Der Hafen von Copacabana


Das "La Cúpula"

Veröffentlicht unter Bolivien 2 | Kommentar hinterlassen

30.8. La Paz – Paragliding

Um nach Cotapata zu kommen, wo ich mich mit dem Paragliding-Veranstalter treffe, soll ich mir morgens um 7:15h ein Auto heranwinken, das 2 Fähnchen auf der Motorhaube hat. Das ist ein PKW, der so viele Leute mitnimmt, wie reinpassen (z.T. auch hockend im Kofferraum), und eine feste Route fährt; also ein Mittelding zwischen Taxi und Kleinbus. Ich laufe die Hauptstraße 40min entlang, aber alle (ich habe den speziellen Namen für dieses Transportmittel vergessen) sind schon voll belegt. Um 7:40h nehme ich einen Kleinbus und komme 10min zu spät zu dem Treffen mit Huáscar. Wir sind 5 Leute, allerdings sind nur Greg & ich Kunden. Huáscar fliegt mit mir, Javier fliegt mit Greg, und Luiz fährt den Wagen von oben nach unten. Huáscar erzählt mir, dass er von den Agenturen z.B. in Sucre auch nur 380Bs bekommt, wenn dort jemand einen Flug bucht. Den Rest (bis zu 700Bs) streichen die selber für die Vermittlung ein. Von unserem Treffpunkt geht es noch gut 1 Std. weiter bis zu unserem Berg. Es ist eine total gute Stimmung und es herrscht, wie sonst bei vielen touristischen Veranstaltungen/ Touren üblich, überhaupt keine Hektik. Wir warten ganz entspannt, bis optimale Windverhältnisse herrschen, und dann geht es ab in die Luft.

Blick nach links Richtung La Paz

Blick nach rechts. Dort fliegen wir runter.

Warten auf den richtigen Moment

Probesitzen

Und dann geht es endlich los!

Yiiiiie-haaaaw!

Da unten fliegt Greg

Wir setzen zur Landung an und erschrecken dabei eine auf der Wiese angebundene Kuh (gibt`s nur als Video)

Ich könnte stundenlang da oben rumfliegen, aber nach 15min ist es leider schon vorbei. Greg & ich kriegen das Grinsen lange Zeit nicht mehr von unseren Gesichtern!

Javier, MK, Huáscar, Greg

Als ich Huáscar zum Abschied meine Mail-Adresse gebe (crazy-diamond), erzählt er mir, dass er Pink Floyd auf dem Live8 in London gesehen hat. Das 1. Mal seit 21 Jahren und das letzte Mal für immer in Originalbesetzung (wenn man mal von den ersten paar Jahren (’64-’68) mit Syd Barrett absieht). Dort muss er sich ähnlich gefühlt haben, wie ich jetzt gerade. GRINS!

Kurz vor meinem Hotel lasse ich mir von einem „lustrabote“, die hier in La Paz bei jedem Wetter Skimasken tragen, die Schuhe putzen.

Eine Stunde später, als ich am Busbahnhof auf meine Verbindung nach Copacabana warte, treffe ich ihn wieder und wir unterhalten uns eine halbe Stunde lang richtig nett. Außer seines Namens und seines Gesichts lerne ich eine Menge von ihm kennen (ehemals in Nähfabrik in Buenos Aires gearbeitet, dort seine Frau kennengelernt, 4 Jahre alte Tochter, verdient ziemlich wenig…).

 

Veröffentlicht unter Bolivien 2 | Kommentar hinterlassen

29.8. La Paz

Grundsätzlich ist es so, dass ich 5 Tage durch den Urwald trekken kann und mein Rucksack dabei nicht so dreckig wird, als wenn er wenige Stunden im Gepäckfach eines Busses liegt. Diesmal ist es allerdings wirklich ärgerlich, denn das 1. Mal, dass ich meinen Wasserkanister nicht oben IM Rucksack, sondern AUF dem Deckel befestigt habe, wird er im Gepäckfach durchgescheuert und ist leck. Ich miete mich wieder für eine Nacht im „Tambo de Oro“ gegenüber des Busbahnhofes ein. Die 24h-heiße-Dusche funktioniert und ist ein Genuss. Dann buche ich für den nächsten Tag einen Paraglidingflug – bei demselben Typen, der bis nach Sucre gefahren wäre – für 380Bs, und erkundige mich dann nach einer Möglichkeit, in den Nationalpark Apolobamba zu kommen. Das geht aber nur auf eigene Faust, und allein der Hinweg dauert von La Paz aus angeblich mindestens 3 Tage. Die höchste Skipiste der Welt, bei Chacaltaya und in einer Höhe zwischen etwa 5.200 und 5.400m gelegen, gibt es übrigens nicht mehr. Der Gletscher ist so gut wie weg, da es kaum noch Niederschläge gibt, die ihn speisen könnten. Ich werde mich also stattdessen morgen Abend in Richtung Titicacasee aufmachen.

Veröffentlicht unter Bolivien 2 | Kommentar hinterlassen

Teil 2 der verschwundenen und wiedergefundenen Bilder

Perú – Parque Nacional Manú
Die Geschichte dazu (Ende Juli – Anfang August) habe ich ja schon erzählt und mit Fotos von Ian aufgewertet. Deshalb hier nur ein paar Stichworte zu den Bildern.
Auf dem Weg in den Park (4 Stunden mit dem Auto von Cuzco nach Osten bis zur Parkgrenze, dann weitere 4 Stunden durch den Park bis zum Anleger am Río Madre de Dios):

Wir fragten uns, was der Mann mit der Säge vor dem "Kaufe Gold und Silber"-Laden wollte

Aus der Mitte entspringt ein Fluss

Die erste Nacht in einem der wenigen Dörfer im Park:

Erst seit kurzem mit Strom versorgt, haben die Insekten des Dorfes eine neue Nachtbeschäftigung

Besuch auf einer kleinen Farm:

Eine Frucht, die den Indígenas schon seit Jahrhunderten...

...als Farbstoff, z.B. für Körperbemalungen, dient. Geht übrigens ziemlich schwer wieder ab.

Keins der Tiere auf der Farm...

...wird angebunden oder eingesperrt.

Sie könnten jederzeit in den Urwald abhauen,...

...werden aber zu gern gestreichelt und gehätschelt!

Im Urwald:

Aus diesem Stumpf eines Papaya-Baumes sammelten wir leckere Maden.

Wir fanden sie roh besser als gebraten (und "besser" heißt nicht unbedingt "gut")

Unsere Köder fanden die Fische lecker.

Erfolgreich war aber nur Ian. Er fing einen Elektroaal und einen Wolfsfisch.

Der Hochstand tief im Wald, von dem aus wir Tapire beobachten wollten. Aber es kamen keine. Stattdessen die größte Kakerlake, die ich je sah (ohne Abb.).

Einige Hindernisse konnten nur kletternd überwunden werden

Brettwurzeln eines Baumriesen

So, das nur zwischendurch. Ab jetzt geht es wieder chronologisch weiter.

Veröffentlicht unter Perú | 1 Kommentar

Gute Neuigkeiten!

Beim Aufräumen meines Telefons habe ich einen Ordner mit vermeintlich zerstörten/ gelöschten Bildern aus dem Juli wiedergefunden, die größtenteils wiederhergestellt werden konnten. Hier also ein Sammelsurium mit Bildern aus Perú.
Ich könnte auch sagen:

Aus einer Speisekarte in Nazca

Nazca:

Mit dieser Cesna ging es zum Flug über die Nazca-Linien. Zum Glück habe ich erst danach erfahren, dass im Vorjahr 10 Kleinflugzeuge abgestürzt sind...

Der Kolibri. Eins von diversen Tierbildern, die neben geometrischen Figuren und anderen Darstellungen die Flächen um Nazca seit vielen Jahrhunderten schmücken. Einen super Artikel dazu gibt es in der National Geographic von Januar 2011, eine Kurzform unter nationalgeographic.de/nasca

Mumien in der Nähe von Nazca:

Die Mumien wurden alle mit dem Gesicht nach Osten - gen aufgehender Sonne - gefunden

Dreadlockige Mumien, vermutlich Schamanen

Auf dem Weg von Nazca nach Cuzco:

Da es in Perú in den Bussen keine Klos gibt, ist man auf die Zwischenstopps angewiesen. Frauen genießen den Vorteil, dass ihnen auch Duschen angeboten werden.

Direkt daneben wird das Essen zubereitet. Es gibt Huhn.

Cuzco:

Eine Parade auf dem Plaza de Armas

Wer auf Frauen in Uniformen steht...

...oder auf Star Wars!

Meerschweinchen MUSS man einfach mögen!

Am Besten gut durch!

Liebevoll angerichtet und mit einem kühlen Bier dazu

Nachdem der Koch gesehen hatte, wie doof ich mich beim Essen anstellte, zerhackte er es für mich in handliche Sücke

Es war immer noch mühsam. Und die Haut nicht wie erwartet knusprig, sondern verdammt zäh.

"Auf Wiedersehen!"

Veröffentlicht unter Perú | 1 Kommentar